Gabriele K.

Ab dem Alter von ca. 40 Jahren fragte ich meinen Hausarzt in schöner Regelmäßigkeit, wieso ich denn immer mehr zunehme, ohne mein Essverhalten geändert zu haben. Seine lapidare Antwort lautete: "Das ist bei Frauen in den Wechseljahren normal, dass sie an Gewicht zulegen." Ebenso oft hörte er von mir die Frage: "Wieso bekomme ich alle vier bis sechs Wochen Grippesymptome, die mich einige Tage lang ans Bett fesseln?" Seine Antwort: "Sie sind eben eine Künstlerin, und Künstler sind halt etwas sensibler und schnappen leicht mal ein Virus auf!" Zudem war ich schon mein ganzes Leben lang immer extrem müde, aber dieser Umstand wurde von meinen Mitmenschen nicht ernstgenommen. Im Gegenteil, ich wurde damit aufgezogen oder mir wurde gesagt, das mit dem großen Schlafbedürfnis wäre reine Gewöhnungssache und ich müsste mir einfach eine andere Lebenseinstellung aneignen.

So quälte ich mich weiter durchs Leben, sowohl Chef als auch Ehemann kauften mir meine häufigen Krankheitstage nicht wirklich ab, sondern unterstellten mir, ich würde mich ins Bett legen, um mich vor der Arbeit zu drücken. Zwischendurch versuchte ich etliche Diäten, die aber nicht wirklich etwas gebracht haben, im Nachhinein betrachtet, haben sie mir nur geschadet. Auch zwei Versuche "Hypnose zum Abnehmen" sind fehlgeschlagen. Mit 60 Jahren wollte ich es nicht mehr hinnehmen, dass sich mein Körpergewicht mittlerweile fast verdoppelt hat, so nahm ich noch einmal Kontakt auf zu einer Heilpraktikerin, die Hypnose zum Abnehmen in ihrem Angebot hatte. Ich fragte sie, ob ich eventuell nicht hypnotisierbar wäre, weil zwei solche Versuche in der Vergangenheit bereits fehlschlugen. Darauf fragte sie mich, ob denn meine Schilddrüse jemals untersucht worden wäre. "Wenn Sie eine Unterfunktion der Schilddrüse haben, dann können wir uns hier zu Tode hypnotisieren, es wird nichts passieren!" waren ihre ehrlichen Worte.

So suchte ich mal wieder meinen Hausarzt auf mit der Bitte, meine Schilddrüsenwerte zu untersuchen. Auf Anraten der Heilpraktikerin sollte dabei auch auf die Werte T3 und T4 geachtet werden. Dies gefiel dem Arzt gar nicht, dass ich so "wissend" daherredete und er fauchte: "Das weiß ich schon!" Als das Laborergebnis da war, klärte er mich darüber auf, dass ich nur eine ganz leichte Unterfunktion hätte, was nicht weiter schlimm wäre. "Und die Werte T3 und T4?" wollte ich wissen. "Die haben sie nicht untersucht," meinte er. Da er selber einsah, dass ich mit diesem Ergebnis wohl nicht zufrieden sein würde, ließ er im Labor anrufen und mein Blut auf Hashimoto testen. Also hieß es wieder einige Tage warten, bis das Ergebnis kam. Und siehe da: es wurde eine Hashimoto-Thyreoiditis festgestellt. "Aber die Werte sind nur ganz leicht erhöht," versuchte mein Arzt mich zu beruhigen.

Die nächste Station war dann der Besuch bei der Endokrinologin. Dort fühlte ich mich zunächst einmal einigermaßen verstanden und hoffte auch auf baldige Besserung meiner Symptome, wenn ich erst einmal medikamentös eingestellt wäre. Was soll ich sagen: die Laborwerte besserten sich innerhalb eines Jahres, aber ich selber fühlte mich kein bisschen besser! Nach zwei Jahren - ich hatte mich längst in das Thema eingelesen, weil man als unwissender Patient nicht wirklich weiterkommt - wollte ich meine Nebennieren untersuchen lassen und hatte dafür sogar eine Überweisung vom Hausarzt. So quälte ich mich morgens ohne Frühstück aus dem Haus und hatte wirklich alle Mühe, es vom Parkhaus bis zur Praxis zu schaffen, ohne zusammenzuklappen. (Ohne Frühstück geht bei mir nämlich gar nichts!) Da weigerte sich die Ärztin, meine Nebennieren zu untersuchen, weil ich nicht der Typ für diese Krankheit bin. Die Diagnose Nebennierenschwäche oder -erschöpfung existiert offenbar in der Schulmedizin nicht. Es scheint nur gesunde und kaputte Nebennieren zu geben, aber keine kranken! Ab da war mein Vertrauen in diese Endokrinologin endgültig dahin.

Ich bin nun bei einer sehr guten Heilpraktikerin in Behandlung und fühle mich endlich einmal ernstgenommen. Ein Speicheltest im Tagesprofil hat gezeigt, dass mein Cortisolwert schon morgens viel zu niedrig ist und im Laufe des Tages noch weiter absinkt, so bekomme ich nun verschiedene Medikamente pflanzlicher und auch homöopathischer Natur, die ich über einen längeren Zeitraum einnehmen muss. Erste Genesungserfolge stellten sich schon nach einer Symbioselenkung ein, und nun geht es Schritt für Schritt aufwärts. Meine Schilddrüsenhormone nehme ich weiterhin, denn meine Heilpraktikerin hat mir ausdrücklich gesagt, dass ich diese bräuchte.

Mein Fazit: Ohne meine Heilpraktikerin hätte mich der Lebensmut längst verlassen. Wer weiß, ob ich meinem Leben nicht sogar ein Ende gesetzt hätte. Schlimm ist für mich besonders, von Ärzten nicht ernstgenommen zu werden. Ich galt jahrzehntelang als Hypochonder, dabei habe ich trotz meiner zahlreichen Wehwehchen (die ich hier nicht alle aufzählen kann) irgendwie versucht, mein Leben zu meistern.

Es steht ja in der öffentlichen Meinung immer wieder der Vorwurf im Raum, Heilpraktiker wären Scharlatane. Natürlich ist es nicht von der Hand zu weisen, dass es solche auch gibt. Aber auch unter den Ärzten gibt es ja immer wieder Ignoranten, die sich aber trotzdem für Halbgötter in Weiß halten. Ich habe in meinem Leben wesentlich mehr schlechte Ärzte als schlechte Heilpraktiker kennengelernt, deshalb wäre es ganz schrecklich, wenn die Politik in irgendeiner Weise am Beruf des Heilpraktikers rütteln würde!


Ich will meinen Heilpraktiker

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