Mehr Lebensqualität durch Craniosakrale Therapie

Arno Krampe

, 48, ist Schulhausverwalter und lebt in Ortenberg. Seine Geschichte beginnt 2012. Auf seinem Weg von seiner Arbeit nach Hause wird der damals 42jährige brutal überfallen, ausgeraubt und zusammengeschlagen und landet im Krankenhaus. Diagnose: Offenes Schädelhirntrauma II

Herr Krampe, das ist erschütternd. Was genau ist an diesem Tag passiert?  

Nach der Spätschicht fahre ich mit dem Zug nach Hause, dazu muss ich in Bad Vilbel umsteigen, dort habe ich etwas Wartezeit. Zwei maskierte Personen überfielen mich auf Grund eines Tablets, welches sie vorher bei mir gesehen hatten. Da ich mich wehrte wurde ich mit Schlägen und Tritten attackiert, nachdem ich am Boden lag wurde mir mehrere Minuten von beiden Personen gegen den Kopf getreten.

Wie sind Sie ins Krankenhaus gekommen und was haben die Ärzte damals gemacht?

Ein Mitreisender verständigte per Handy die Polizei, diese verständigten beim Notruf direkt den Rettungswagen. Ich wurde direkt in die Uniklinik nach Frankfurt gebracht. Nach der Untersuchung wurde ich ins künstliche Koma gelegt, da ich mich vor der OP erst stabilisieren musste. Nach 8 Tagen Koma konnte ich erst operiert werden. Der Gesichtsschädel war vom restlichen Schädel abgelöst und wurde rekonstruiert, mit Hilfe mehrerer Metallplatten und Titan Mesh in den Augenhöhlen. Also 9 Stunden OP. Ich verbrachte fast 4 Wochen in der Uniklinik bis ich soweit für die Reha war, dort war ich 3 Monate in der Rehaklinik untergebracht. An die ersten 4 Wochen habe ich fast keine Erinnerung. Kurz nach Beenden der Reha wurde ich noch einmal operiert, einige Platten wurden vom Gesichtsschädel entfernt, ein Teil musste verbleiben Insgesamt war ich 11 Monate krankgeschrieben, wobei ich bei der Betriebsärztin meines Arbeitgebers betteln musste, wieder arbeiten zu dürfen.

Welche gesundheitlichen Folgen hatte der Raubüberfall?

Große Erinnerungslücken in den ersten Wochen und Monaten. Folgen waren mittelschwere kognitive Leistungseinschränkungen mit Wortfindungsstörungen und gelegentlichem Verhaspeln, Einschränkungen beim Arbeitsgedächtnis sowie beim längerfristigen verbalen Gedächtnis, verlangsamte Aufmerksamkeitsanforderung, vorübergehende erhöhte psychische Belastung, diverse neurologische Probleme, wie Sensibilitätsstörungen an Stirn, Nase und Wange beidseitig mit mimischer Schwäche der Gesichtsmuskulatur.

Außerdem ständige Kopfschmerzen und regelmäßig depressive Phasen.

Haben Sie auch psychologische Unterstützung bekommen?

In der Reha kümmerte sich ein Psychologe um mich, bei dem ich auch nach der Reha noch einige Zeit in Behandlung blieb.

Haben Sie sich bei Ihrem Psychiater/ Psychologen gut aufgehoben gefühlt?

In dem Augenblick erschien mir das richtig.

Wie ging es dann weiter? Hatten die weiteren schulmedizinischen Therapien Erfolg?

Da ich irgendwann nicht den Eindruck hatte weiterzukommen, wendete ich mich dem Sport zu, um wieder körperlich fit zu werden, betreffend der Körperkoordination, Balance, Reaktion, usw. In diesen Bereichen hatte ich gewaltige Defizite.

Im Prinzip folgte danach alles auf Grund von eigenem Antrieb, da man von schulmedizinischer Seite keinerlei Empfehlungen für die Zukunft kam. Der Grundtenor war in der Regel: „Das ist jetzt halt so, damit muss ich leben.“

Wann waren Sie daraufhin das erste Mal bei Ihrer Heilpraktikerin?

Ich glaube Mitte 2015, ich bekam einige Sitzungen zum Geburtstag geschenkt und war selbst erstaunt von den Fortschritten. Daraufhin beschloss ich diese Therapie weiter zu führen.

Was hat Ihre Heilpraktikerin gemacht?

Craniosakrale Therapie.

Wie sieht Ihr Leben heute aus?

Die Kopfschmerzen haben sich sehr reduziert, Stresssituationen lassen sich viel besser verarbeiten, meine Sprachstörungen sind auch unter Stress sehr reduziert, ich kann mich viel besser konzentrieren und zielführender arbeiten. Alle acht bis zehn Wochen behalten wir regelmäßige Termine bei, das ist ungefähr der Zeitraum, wenn ich merke, dass ich unter Stress wieder Probleme bekomme. Ursprünglich habe ich selbst gar nicht gemerkt, wenn es klemmt. Unter Stress habe ich zwar die Worte meiner Gesprächspartner verstanden, habe aber den Sinn nicht erfasst. 100%ig werde ich nie an die frühere Gesundheit anknüpfen können, aber gerade durch Naturheilverfahren bin ich da wo ich nun stehe, wesentlich weiter als mich nur allein die Schulmedizin gebracht hat.

Welchen Stellenwert hat die Naturheilkunde für Sie?

Der Stellenwert ist sehr hoch. Grundsätzlich lässt sich gerade Medikamenteneinnahme reduzieren, damit auch die Nebenwirkungen. Wobei man die Schulmedizin nicht verteufeln sollte. Idealerweise sollten die Schulmedizin und die Naturheilkunde Hand in Hand arbeiten, das wird aber die Ausnahme bleiben.

Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach der Beruf des Heilpraktikers?

Sehr wichtig, leider gibt es auch (wenige) schwarze Schafe unter den Anbietern, die einen schlechten Eindruck hinterlassen, gerade bei Menschen, die einen Heilpraktiker in Anspruch nehmen wollen, sich aber nicht auskennen.

Möchten Sie Ihrer Heilpraktikerin noch etwas sagen?

Sabine, vielen Dank für alles.

Vielen Dank, dass wir diese sehr persönliche Geschichte erzählen