Wieder im Lot: Mit Hypnose und Ernährungsumstellung

Stella G.

(Name von der Redaktion geändert), gelernte Lehrerin aus Braunschweig, ist heute 29 Jahre alt. Ihre Geschichte beginnt 2015 (erste Probleme) und 2018 (zweites Problem). Da bekommt sie unerklärliche, heftige Symptome und stellt damit ihre behandelnden Ärzte vor ein Rätsel.Stella G. (Name von der Redaktion geändert), gelernte Lehrerin aus Braunschweig, ist heute 29 Jahre alt. Ihre Geschichte beginnt 2015 (erste Probleme) und 2018 (zweites Problem). Da bekommt sie unerklärliche, heftige Symptome und stellt damit ihre behandelnden Ärzte vor ein Rätsel.

Frau G., welche Beschwerden waren das im Einzelnen?

Erstes Problem: Ich habe unter Ver-lustängsten, Schlafstörungen und Nervosität gelitten. Ich konnte nachts nicht schlafen, war total aufgewühlt und kam nie wirklich zur Ruhe. Das wirkte sich irgendwann auch auf meinen Alltag aus, in dem ich immer unkonzentrierter wurde und mich irgendwann überfordert fühlte.Grund dafür war der Verlust meiner Mutter, die zwölf Jahre unter Krebs litt. Zweites Problem: Ich habe ein „Kloßgefühl“ im Hals (noch immer leicht andauernd). Dies hat mich ziemlich belastet, weil es ständig präsent war und noch ist. Bei jedem Schlucken fühlt es sich wie ein Fremdkörper an.

Bei welchem Arzt waren Sie dann zuerst und welche Untersuchungen hat er gemacht?  

Erstes Problem: Ich habe das mit meinem Hausarzt besprochen. Dieser gab mir Schlafmittel, um besser schlafen zu können, die aber tagsüber dazu führten, dass ich völlig neben mir stand. Ich wurde erstmal krankgeschrieben, damit ich zur Ruhe kam. Er hat mir empfohlen, eine Psychotherapie zu beginnen. Dies wollte ich bezüglich meiner bevorstehenden Verbeamtung aber nicht und da kamen wir auf die Idee eine Heilpraktikerin für Psychotherapie einzubeziehen.

Zweites Problem: Ich war zunächst bei meinem Hausarzt. Der schickte mich direkt zum HNO-Arzt. Dieser nahm Proben aus dem Rachenraum, nahm einen Allergietest vor, gab mir nach der Bekanntgabe der Proben immer wieder neue Antibiotika und Nasensprays mit Kortison. Diese halfen nie. Ich war in etwa drei bis vier Monate in Behandlung, bevor der Arzt von sich aus sagte, er vermute, es habe etwas mit Lebensmitteln zu tun und schickte mich zu einer Heilpraktikerin mit dem Schwerpunkt Ernährung. Während der Tabletteneinnahme kamen dann noch Beschwerden im Magen- und Darmbereich auf. Mir war dauerhaft schlecht und ich bekam starke Magenschmerzen. Ich lagerte Wasser ein und konnte das Körperfett nicht mehr richtig abbauen.

Höchstwahrscheinlich die Folge der Medikamente, so tippte es die Heilpraktikerin. Daraufhin wurde eine Magenspiegelung durchgeführt mit dem Ergebnis, dass ich mittlerweile eine chronische Magenschleim-hautentzündung habe und die Speiseröhre auch schon angegriffen ist.

Wie ging es Ihnen damit, dass die Ärzte ratlos waren und Ihnen keine erklärende Diagnose und dementsprechend keinen brauchbaren Behandlungsvorschlag machen konnten?

Erstes Problem: Mir war indirekt schon klar, dass mir mein Hausarzt da direkt nicht helfen kann und ich eigentlich eine Therapie beginnen muss, um den Verlust zu verarbeiten. Ich war sehr froh, dass wir das beide schnell festgestellt haben und dann gemeinsam eine gute Lösung gefunden haben.

Zweites Problem: Ich war total verzweifelt. Ich nahm nun mittler-weile das, ich glaube, vierte Anti-biotikum, ohne irgendeinen Schutz für den Darm, Magen etc. Der Arzt und auch die Apotheke sagten, das wäre nicht weiter schlimm. Langsam zweifelte ich an mir selber und fühlte mich sehr schlecht. Es war kräfte-zehrend, alle drei Wochen zum Arzt zu fahren und ihm zu berichten, dass sich nur minimal etwas verbessert hat und sobald ich das Medikament wegließ, ging es mir schlechter.

Der Rat, eine Heilpraktikerin aufzusuchen, wurde Ihnen ja direkt von einem Arzt gegeben, als der nicht weiterwusste – wie kam Ihnen das vor?

Erstes Problem: Es war bei dieser Geschichte ja so, dass wir beide in einem Gespräch dazu kamen, dass ich eine Therapie benötige. Und da für mich die Therapie nicht in Frage kam, fanden wir gemeinsam die Lösung einer Heilpraktikerin. Da war ich meinem Arzt auch sehr dankbar. Zugleich kannte ich die Heilpraktikerin für Psychotherapie, mit der ich in Kontakt trat und die mir schon direkt zeitnah einen Termin gab.

Zweites Problem: Ich war zunächst schockiert, dass nun der Arzt nicht mehr weiter wusste und mich quasi mit meinen Beschwerden „abschob“. Aber im nächsten Augenblick dachte ich an mein erstes Problem und da mir dort so gut geholfen werden konnte, ging ich positiv an die Geschichte heran.

 

Sie waren dann ja bei zwei Heilpraktikerinnen – einer naturheilkundlich und einer psychotherapeutisch tätigen. Wie kam es dazu und wie griffen diese bei-den Ansätze ineinander?

Die beiden Ansätze greifen hier nicht ineinander, weil es zwei verschiedene zu unterschiedlichen Zeitpunkten auftretende Probleme waren. Aber ich denke, wenn mein zweites Problem nicht so fix herausgekommen wäre, wäre ich auch zur Heilpraktikerin für Psychotherapie gegangen.

Zweites Problem: Der HNO-Arzt hat mir empfohlen, eine Heilpraktikerin aufzusuchen, da er vermutet, dass es nun was mit der Ernährung zu tun hat und weil Heilpraktiker einen anderen Ansatz haben.

Mit welchen Methoden wurden sie dort unter-sucht und behandelt?

Erstes Problem: Ich führte zunächst erstmal „nur“ Gespräche, damit die Heilpraktikerin mich und mein Problem kennenlernen konnte. Danach haben wir mehrere Sitzungen unter Hypnose gemacht. Auch Reiki wurde durchgeführt. Ich brauchte nicht viele Sitzungen, um zu merken, wie gut mir das tut und wie ich Stück für Stück mit meiner Situation umgehen kann. Zunächst waren es wöchentliche Sitzungen, die aber schon nach kurzer Zeit in zweiwöchentliche Sitzungen und dann auf „Abruf“ durchgeführt werden konnten. Ich war nach den Sitzungen immer sehr erschöpft, die nächsten zwei Tage auch noch sehr durcheinander, da das Unterbewusstsein in der Hypnose ja zum Arbeiten kam, fühlte mich dann aber total super und konnte mit richtig viel Kraft und viel neuer Energie meinen Alltag meistern und die Ratschläge unbewusst auch umsetzen.

Zweites Problem: Die Heilpraktikerin hörte sich in einem ersten Gespräch meine Beschwerden an. Sie sagte recht schnell, dass ich Lebensmittelunverträglichkeiten habe und wahrscheinlich Milch-und Eiprodukte nicht vertrage. Es wurde ein Food-Sensor Test gemacht und das Ergebnis war eindeutig. Ich habe die von ihr vermuteten Lebensmittel nicht vertragen, sowie Gluten, Schwein und weitere Lebensmittel nicht. Es wurde zudem noch in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt ein Ultraschall von der Schilddrüse gemacht. (Kleine Unebenheiten sind zu erkennen). Sie sagte mir, dass durch die Einnahme der Lebensmittel, auf die ich reagiere, die Speiseröhre nicht zur Ruhe kommt und nun der Magen- und Darmtrakt durch die Einnahme der vielen Antibiotika völlig kaputt ist. Ich lasse seit Anfang Dezember 2018 nun alle unverträglichen Lebensmittel weg, gehe einmal in der Woche zur Ausleitung der unverträglichen Lebensmittel und versuche gleichzeitig, mir mehr persönliche Zeit für mich zu nehmen (weil nicht nur die Antibiotika, sondern auch Stress Ursache dafür sein könnten). Ich habe zu Beginn (Dezember) vier Tage eine sogenannte Riegeldiät durchgeführt. Diese Riegel haben alle Nährstoffe, die der Körper braucht, sorgen aber dafür, dass der Körper das Wasser und Körperfett abgibt, was ich mittlerweile nun angesammelt hatte (ich nahm nur noch zu). Zusätzlich nehme ich Aufbaupräparate, die die Darmbakterien wieder anregen sollen und alles ins Gleichgewicht bringen sollen. Mein Kloßgefühl im Hals ist seit der Umstellung schon deutlich besser und nicht mehr so belastend. Ich nehme in Absprache mit meinem Hausarzt und der Heilpraktikerin noch leichte Schilddrüsentabletten, die aktuell neu eingestellt werden müssen. Meine Wasseransammlungen sind seit der ganzen Geschichte auch besser, genauso wie der Fettgehalt im Körper und ich habe sieben Kilogramm verloren.

Wie sieht Ihr gesundheitlicher Zustand heute aus?

Ich achte viel mehr auf mich und meinen Körper. Gönne mir jeden Tag Zeit für mich. Schaue den Tag rückblickend an und suche mir das raus, was gut war. Ich achte bei der Ernährung auf die Lebensmittel, die ich darf und vermeide auch zuckerhaltige Lebensmittel.

Mit meinem ersten Problem war ich während und nach der Behandlung im ständigen Austausch mit meinem Hausarzt. In Kooperation mit der Heilpraktikerin bekam ich über eine gewissen Zeit (betrafen die Wintermonate) ein leichtes Antidepressivum, was sowohl die Heilpraktikerin, als auch der Hausarzt für gut befanden.

Die Behandlung des zweiten Problems dauert noch an. Ich war noch nicht wieder bei meinem HNO-Arzt und zur Zeit will ich dort auch nicht hin. Denn aus einem „Kloßgefühl“ wurden nun letztendlich zusätzlich auch Magen- und Darmprobleme, die durch die Einnahme der vielen Antibiotika verursacht wurden (so die Vermutung der Heilpraktikerin).

Wie sieht Ihr Leben heute aus und welchen Stellenwert haben dabei für Sie die Naturheilkunde und die Psychotherapie?

Seitdem ich nun in der Behandlung bin und meine Probleme mit der Ernährung angehe, um so die Ursache für mein Kloßgefühl zu beseitigen, geht es mir sehr gut. Ich fühle mich so gut, wie seit Monaten nicht mehr. Ich kann nachts gut schlafen, fühle mich tagsüber nicht träge und auch meine Haut hat sich verbessert.

Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach der Beruf des Heilpraktikers (für Psychotherapie)? Was möchten Sie ggf. Ihren Therapeutinnen noch sagen?

Aufgrund meiner beiden Erfahrungen finde ich den Beruf des Heilpraktikers sehr wichtig. Ohne diese beiden unterschiedlichen Ansätze wäre ich heute nicht da angekommen sein, wo ich nun bin. Ich habe mich bei beiden Heilpraktikerinnen sehr gut aufgehoben gefühlt und fühle es mich noch immer und würde auch in Zukunft immer wieder den Weg aufsuchen, wenn ich Probleme hätte.

Vielen Dank, dass wir diese außergewöhnliche Geschichte erzählen durften! Wir wünschen Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute.